Rosenmontag mit den Knüppelhusaren

Fahren Sie mit und erleben Sie den Rosenmontag aus einer ganz anderen Perspektive!

13.11 Uhr - der Zug läuft an auf dem Parkplatz P2 an der Grugahalle. Die ersten Wagen setzen sich in Bewegung, überall schallt es "HELAAAAAUUUUU" und die Kinder am Straßenrand freuen sich über die ersten Kamelle. Irgendwann geht es auch für die Knüppelhusaren los. Der Traktor setzt sich in Bewegung, die Jecken, die sich in den zwei Stunden vor dem Zug schon auf dem Wagen beim gemeinsamen Frühstück gestärkt haben - natürlich mit Kaffee und Tee, denn alkoholfrei auf dem Wagen ist ein ungeschriebenes Gesetz - wühlen vor Vorfreude noch einmal die Kisten mit dem Wurfmaterial durch, beginnen lautstark die Karnevalslieder, die aus den Lautsprechern auf dem Wagen erschallen, mitzusingen und schon kommt der erste Stop an Wagen des Prinzenpaares und des Kinderprinzenpaares, um beiden die Referenz zu erweisen.

Mit Schwung geht es den Berg hinauf, links in den Grugaplatz und dann zur Rüttenscheider Straße. Unbeschreiblich ist das Gefühl vom Wagen aus in die Augen der über 150.000 Zuschauer an der Wegstrecke zu schauen, die den Zug am Straßenrand verfolgen. Dank der vielen fleißigen Helfer, auch Radengel genannt, ist die Sicherheit gewährleistet, so dass niemand unter die Räder kommt. Zwei Stunden - je nach Startplatz mal mehr, mal weniger - heißt es, unseren Wagen der Öffentlichkeit zu zeigen. Unseren Wagen, der die Knüppelhusaren, die Knüppel und die Esel sowie den leider bereits 1971 gesprengten Kaiser-Wilhelm-Turm am Hallo in Stoppenberg zeigt - liebevoll gemalt von unserem Vereinssenior Lothar Sackers. Vorne auf dem Wagen eine kleine, aber feine Mottofläche, die dem jeweils aktuellen Sessionsmotto gerecht wird.

Und ist dann die Rolandstraße erreicht, die Knüppelhusaren haben die Ehrentribüne passiert, die Kamelle sind unters Volk gebracht, heißt es runter vom Wagen und ab auf die kleine, aber feine vereinseigene Aftershowparty. Einige unserer Mitglieder verpassen den Beginn leider, denn natürlich muss der Wagen zurück zur Wagenbauhalle und dort neben vielen anderen Wagen der feinst ausgeklügelten Einparklogistik folgend, auf seinen angestammten Schlafplatz für die nächsten 12 Monate drappiert wird.

Wenn die Aufregung dann nach dem Zug von uns abfällt, wenn wir aus der Kälte in die Wärme der Gaststube kommen und ein gutes Essen und dann auch sicher das ein- oder andere Bier unsere Leib und Seele wärmt, dann sind die Erlebnisse des Tages das Topthema in den Gesprächen. Glücklich und hundemüde heißt es dann für viele von uns, nicht zu spät ins Bett, denn am Karnevalsdienstag geht es bereits morgens zum traditionellen Wurstsammlen mit der 1. G.R.K. Gemütlichkeit Rellinghausen e. V. und abends dann zur Bacchus-Beerdigung der Essener Prinzengarde in Hafke's Schwan in Freisenbruch.

Der Wagen? Na ja, 12 Monate schlafen ist für den Wagen gar nicht drin, denn nach Karneval ist bereits vor Karneval. Der Wagen muss gereinigt und aufgeräumt werden, damit er beim alljährlichen Kehraus des Festkomitees, welches alljährlich an einem Samstag im April in der Wagenbauhalle stattfindet, in seinem gepflegten Kleid dasteht. Im Spätsommer heißt es dann, Abbau des alten Mottos und die ersten Überlegungen, wie das nächste Sessionsmotto dargestellt werden soll, beginnen. Parallel dazu beschäftigt sich die Wagenbaugruppe mit vielen anderen Dingen wie z. B. der Pflege unseres Planwagens. Spätestens im Oktober leitet dann das gemeinsame Muschelessen in der Wagenbauhalle mit dem RKV den Wagenbau ein. Ab dann trifft man sich wieder Montags abends zum Bau des Mottos - hier wird mit Holz, Pappmaché und vielen anderen Materialien experimentiert, aber natürlich wird an diesen Abenden auch viel geklönt.

Kurz vor Rosenmontag ist das Motto fertig gestellt - natürlich fast auf den letzten Drücker, denn Karneval kommt ja jedes Jahr so überraschend. Doch spätestens eine Woche vor Rosenmontag ist der Wagen immer fertig, denn dann erfolgt die Abnahme durch die DEKRA. Am Karnevalssonntag heißt es dann, der Wagen wird mit Wurfmaterial bestückt. Hier werden Kisten, Tüten, Säcke ausgepackt, gleichmäßig verteilt und Reserven in der Mitte des Wagens gelagert. Am frühen Rosenmontag wird dann der Traktor vor den Wagen gespannt und es geht im Convoi eine gute Dreiviertelstunde durch Bergerhausen und Rüttenscheid zum Parkplatz P2 an der Grugahalle, wo bereits die anderen Mitglieder warten, um auf dem Wagen zu frühstücken. Und um 13.11 Uhr... fängt dieser Beitrag ein ganzes Jahr später wieder ganz oben an.

Das folgende YouTube-Video zeigt den gesamten Rosenmontagszug 2015, die Knüppelhusaren sind ab 11:08 min im Bild. Wer selber mal auf dem Wagen dabei sein möchte, ist herzlich eingeladen, uns kennenzulernen. Hier geht es zum Kontaktformular.

Rosenmontagszug Essen - Die Knüppelhusaren ab 11:08 min

Bildergalerien von einzelnen Zügen finden Sie unter den folgenden Links: